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Seit Ende 2018 versucht die Stadtverwaltung Marktheidenfeld (unter der damaligen Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder) nun mit allen Mitteln uns das Arbeiten in der Gärtnerei zu erschweren. Hintergund ist, dass die Stadtverwaltung damals ein Vorkaufsrecht abgelehnt hatte und mittlerweile gemerkt hat, dass sie doch gerne das Grundstück kaufen möchte. Dies haben wir nur inoffiziell und im Nachhinein erfahren. Offiziell wurde von Seiten der Stadtverwaltung immer nur behauptet, dass wir mit unseren Permakultur-Anbauweisen dem Wasserschutzgebiet schaden würden. Außerdem wurde uns vorgeworfen, wir würden den Betrieb der Gärtnerei intensivieren und einen "Freizeit-Park" errichten. Auch vielfache, geduldige und sachkundige  Erklärungen durch uns, was wir denn dort tatsächlich tun und vorhaben, ließen die Stadtverwaltung nicht von ihren merkwürdigen Ideen abbringen.

 

Auch durch den Einsatz von einigen rechtswidrigen Mitteln, ist es der Stadtverwaltung mit Unterstützung des Landratsamtes nun gelungen, uns soweit einzuschränken, dass ein Weiterbetrieb der Gärtnerei für uns unmöglich und unsinnig geworden ist. Wir möchten diese Homepage aber nun wenigstens noch dazu nutzen, über das sehr grenzwertige Verhalten einiger Behörden zu berichten, über Macht-Missbrauch von Regional-Politikern und über den tatsächlichen Verlauf der Jahre 2018 bis 2020 in der Gärtnerei, da die damalige Stadtverwaltung sich vor allem durch das Streuen von Unwahrheiten ausgezeichnet hat und dadurch auch viele unserer Geschäftsbeziehungen zerstört hat.

 

Wir finden es sehr schade und auch überaus bedenklich, dass hier konsequent ökologisches und soziales Engagement von jungen Leuten, wo es nur geht behindert wird. Sieht man sich die politischen Ziele von Europa, Deutschland und auch Bayern an, möchte man eigentlich meinen, dass solches Engagement von Behördenseite unterstützt werden könnte. Zu den unteren Behörden ist aber offensichtlich noch nicht durchgedrungen, welche Ziele eigentlich verfolgt werden sollten (Grundwasserreinigung und -aufbau, Förderung der Biodiversität, Entwicklung zukunftsfähiger Wirtschaftsformen, Bindung von Kohlenstoff usw.). In dem vorliegenden Fall wurden all diese gemeinnützigen Vorhaben nun tatkräftig von Behördenseite verhindert.

 

Um der Verbitterung vorzubeugen, versuchen wir die Sachlage mit möglichst viel Humor zu sehen. Das fällt nicht ganz leicht, wenn man durch das Verhalten und das gezielte Schaden einer Stadtverwaltung mittlerweile rund 560.000 € verloren hat. Aber die vielen Briefe, Bescheide und Androhungen der letzten beiden Jahre, geben durchaus einige höchst amüsante Momente preis.

 

Der gesamte Verlauf im Überblick:

 

Ende 2017: Uns erreicht die Anfrage, ob wir die Gärtnerei am Staudenweg 2 übernehmen möchten.

 

26.01.2018: Uns erreicht ein Schreiben des Stadtrates, dass die Stadt Marktheidenfeld von ihrem Vorkaufsrecht zurück tritt, die Gärtnerei zur Nutzung als Gärtnerei übergeben werden kann und auch die Pachtflächen der Stadt übernommen werden können.

 

Frühjahr 2018: Wir konkretisieren unsere Ideen für die Gärtnerei und wie wir diese zukünftig konsequent ökologisch und sozial betreiben können (keine Dünger, keine Pflanzenschutzmittel, hohe Artenvielfalt, Zusammenarbeit mit benachteiligten Menschen usw.)

 

Sommer 2018: Wir veröffentlichen einen Flyer, mit ersten Ideen für die Gärtnerei (unter anderem wird auch ein Natur-Erlebnis-Pfad genannt und der Name "Permakultur-Erlebnis-Gärtnerei").

 

Herbst 2018: Die Stadtverwaltung scheint irritiert über den Inhalt unseres Flyers und lädt zu einem persönlichen Gespräch.

 

14.11.2018: Das persönliche Gespräch mit Stadtverwaltung und Landratsamt findet im Rathaus statt. Dabei werden Bedenken geäußert, wir würden einen Freizeit-Park errichten wollen und Zitat: "Die Stadtverwaltung möchte kein Disney-Land auf dieser Fläche." Wir erklären darauf hin, dass sich das "Erlebnis" in unserem Firmennamen auf die Erlebbarkeit von Natur und natürlichen Zusammenhängen bezieht und wir dort sicher keinen Erlebnis-Park errichten wollen, sondern eine sehr ökologisch wirtschaftende Gärtnerei, in der Kunden auch ein Gespür für Natur und zukunftsfähige Anbaumethoden bekommen sollen. Zudem würden wir den gärtnerischen Betrieb gerne durch gelegentliche gärtnerische Kurse und einen Naturerlebnis-Pfad abrunden, um Kindern und Erwachsenen natürliche Zusammenhänge zu erklären und einen achtsamen Umgang mit diesen zu fördern. Ideen wie ein eventuell zukünftiges kleines Café, sind lediglich Ideen für die ferne Zukunft, die vielleicht irgendwann einmal geprüft werden. Dabei werden dann selbstverständlich auch alle baurechtlichen Prüfungen und Beantragungen durchlaufen. Nach dem Gespräch waren wir der Meinung, Bürgermeisterin und Stadtverwaltung können nun einschätzen, was wir auf der Fläche tun werden und dass eben sicherlich kein Erlebnis-Park dort entstehen wird.

 

19.12.2018: Ein Brief der Stadtverwaltung erreicht uns, in dem wir dazu aufgefordert werden, die Gärtnerei an den Kanal anzuschließen (bisher wurde durch eine Pflanzenkläranlage vor Ort geklärt). In diesem Schreiben werden auch Bedenken über die Zufahrt zur Gärtnerei geäußert, die durch das Wasserschutzgebiet verläuft.

 

Winter 2018/2019: Wir holen Informationen ein, über das Anschließen der Gärtnerei an den Kanal und fertigen Konzepte an, wie der PKW-Verkehr zur Gärtnerei minimiert werden kann.

 

01.02.2019: Ein Brief der Stadtverwaltung erreicht uns, in dem uns eine Frist des Kanalanschlusses bis zum 02.04.2019 gesetzt wird. Zudem werden uns allerlei haltlose Dinge vorgeworfen: Ein Öltank muss beispielsweise bis 02.04.2019 entfernt werden, der allerdings schon lange stillgelegt und gereinigt wurde (inkl. dazugehöriger Bestätigung des Landratsamtes). Auch auf das Schreiben vom 19.12.2018 wird nochmals verwiesen, mit der Info, dass eine umfassende Nutzungsänderung mit Bauantragsverfahren und Bauleitplanung benötigt wird.

Zwischenzeitlich werden auch die beiden Pachtflächen gekündigt, mit Begründung, wir würden uns nicht an die geforderten Maßnahmen halten. Durch die schriftliche Zusicherung der Pachtflächen, hatten wir dort bereits viel Zeit und Geld für die gärtnerische Nutzung als Permakultur-Gärtnerei investiert.

 

11.02.2019: Wir antworten ausführlich auf die Androhungen und Forderungen der Stadtverwaltung. Nachfolgend der gesamte Brief von uns:

Sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverwaltung Marktheidenfeld,

mit diesem Schreiben möchten wir Ihnen erneut mitteilen, dass wir, die Betreiber der Tilia Permakultur Erlebnisgärtnerei, mit Nachdruck daran arbeiten die von Ihnen genannten Problemstellungen zu lösen.

Aufgrund Ihres letzten Schreibens und der plötzlichen Kündigung der Pachtflächen haben wir den Eindruck erhalten, dass von Ihrer Seite kein Interesse an konstruktiven Gesprächen auf Sachebene besteht um mögliche Lösungswege zu finden. Stattdessen setzten Sie uns durch zeitlich nicht realisierbare Vorschriften sowie durch die Kündigung der Flächen unter Druck. Es wurden hierbei jedoch einige rechtliche Bestimmungen und wichtige Fakten nicht vollständig bedacht, die wir Ihnen im Folgenden erläutern möchten.

Von Herrn Simon haben wir erfahren, dass Sie die Pachtflächen Fl. Nr. 2923/15 und 2923/16 mit der Begründung gekündigt haben, dass der neue Betreiber ein erforderliches Verfahren zur Nutzungsänderung und/oder eine wasserrechtliche Genehmigung bzw. Schritte zur Erschließung der Gärtnerei bisher nicht durchgeführt bzw. eingeholt hat. Dies ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar.

Wie wir nun schon mehrfach erklärt haben, werden wir an der gärtnerischen Nutzung der Flächen nichts verändern und auch keine genehmigungspflichtigen Neubaumaßnahmen durchführen. Da sich die bestehende und baurechtlich genehmigte Nutzung nicht ändert, ist auch kein Verfahren zur Nutzungsänderung möglich und notwendig. Ob ein angedachter, dienender Verkaufsraum für die Direktvermarktung einer Nutzungsänderung bedarf wird derzeit von unserem Architekten geprüft. Dies scheint bei einem reinen Hofladen jedoch nicht der Fall zu sein, da eine mitgezogene Privilegierung vorliegt und auch keine neuen öffentlich-rechtlichen Anforderungen als für die bisherige Nutzung in Betracht kommen (BayBo Art. 57, (4) Verfahrensfreiheit von Nutzungsänderungen. Sollte dennoch eine Nutzungsänderung notwendig sein, wird diese selbstverständlich ordnungsgemäß beantragt.

Die Forderung der notwendigen Erschließung der Gärtnerei bzw. die einer wasserrechtlichen Genehmigung erscheint bei einer gleichbleibenden Nutzung deplatziert. Bitte beziehen Sie sich hierbei auf eine aktuelle Rechtssprechung damit wir Ihren Standpunkt besser verstehen können. Als Kündigungsgrund der Pachtflächen ist dies derzeit jedoch nicht nachvollziehbar.

Nach der von Ihnen nachweislich erfolgten Zusage, dass wir die Pachtflächen von Herrn Simon übernehmen können, solange wir diese gärtnerisch nutzen, haben wir die Flächen gärtnerisch vorbereitet. Hierbei sind bisher Kosten in Höhe von 19.035 Euro angefallen. Wir fühlen uns irregeführt, wenn Sie uns diese Flächen nun plötzlich wieder entziehen, zumal hierzu nach unserer Auffassung kein Grund besteht. Wir gehen davon aus, dass Sie nach gründlicher Überlegung in diesem Punkt anders entscheiden können.

Zu Ihrem Schreiben vom 01.02.2019:

Wie schon mehrfach mitgeteilt ist in keinem der Gebäude eine genehmigungspflichtige bauliche Maßnahme geplant. Derzeit werden am Bestand lediglich dringend notwendige Ausbesserungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt.

Bezüglich der Außerbetriebnahme des Heizöltanks nehmen Sie doch bitte selbst Kontakt mit dem Landratsamt auf und lassen sich die Bestätigung geben. Für den Informationsaustausch zwischen den Behörden sehen wir uns nicht zuständig.

Das Kompostklo ist ein dichtes Behältnis und steht dort vorübergehend. Somit entspricht es den Auflagen des Wasserschutzes. Es wurde ohnehin zu Anschauungszwecken errichtet und ist außer Betrieb.

Im Jahr 2000 erfolgte aufgrund der Pflanzenkläranlage eine Befragung von Herrn Simon mit anschließender Ausführung und Prüfung durch das Landratsamt. Lassen Sie sich bitte auch hier vom Landratsamt direkt auf den neuesten Stand bringen.

Der Bambus wächst auf den Flächen bereits seit über 50 Jahren. Von einer weiteren Ausbreitung ist daher nicht auszugehen. Zudem bilden diese Arten einen dichten Wurzelteppich und nehmen überschüssige Nährstoffe sofort auf. Sie sind daher also aus Sicht des Wasserschutzes vorteilhaft.

Weshalb Sie der Meinung sind, dass eine Permakultur-Gärtnerei nichts in einem Wasserschutzgebiet verloren hat, erschließt sich uns nicht. Wir wären die ersten Bewirtschafter in diesem WSG, die komplett auf den Einsatz von Spritz- und Düngemittel verzichten und zudem dauerhaft bedeckten Boden und starke Durchwurzelung des gesamten Erdreiches garantieren. Hinzu kommt, dass es uns aus ethischer und langfristig denkender Sicht persönlich wichtig ist, dass unsere Bewirtschaftung nur positive Einflüsse auf Umwelt und Grundwasser hat. Wenn Ihnen der Wasserschutz wichtig ist, müsste es Ihren Interessen entgegenkommen, dass nun zumindest ein kleiner Teil des WSG nach Permakulturprinzipien bewirtschaftet wird.

Wir stellen hiermit klar, dass wir Ihre Bedenken ernst nehmen und ein starkes Interesse am Wasserschutz haben. Aus diesem Grund haben wir sämtliche Kurse mit Übernachtungen für dieses Jahr abgesagt und alle angedachten der Gärtnerei untergeordneten Nutzungskonzepte wie einem Hofcafébetrieb, einem Naturspielplatz, einer Behindertenwerkstatt, Nachhaltigkeitsbildung für Schulklassen usw. vorerst zurückgestellt. Auf die gärtnerische Nutzung mit Vor-Ort-Verkauf können und wollen wir allerdings nicht verzichten. Es ist jedoch in unserem Interesse langfristig diese Konzepte in Zusammenarbeit mit Ihnen an diesem Standort zu etablieren. Wir sind davon überzeugt, hiermit ein vorbildliches und attraktives Angebot für die Region zu schaffen.

Bei der Suche nach Lösungen und den hierzu zwingend notwendigen Recherchearbeiten über den genehmigten Bestand, ist uns ein Gutachten aufgefallen, welches die Gärtnerei bezüglich des Wasserschutzes gänzlich entlastet. Dieses sehr umfangreiche Gutachten wurde im Jahr 1992 im Auftrag der Stadt Marktheidenfeld erstellt. Verfahrenstechnisch wurde mittels etlicher Probebohrungen und Messungen die Wasserversorgung vom Obereichholz und dessen Einzugsgebiet geprüft. Im Gutachten wurde explizit auch das Gefährdungspotenzial der Gärtnerei Simon eingehend betrachtet. Aus dem Gutachten geht hervor, dass das gesamte Gelände der Gärtnerei Simon als Einzugsbereich irrelevant ist, da aufgrund der Bodenschichtung das Niederschlagswasser ca. 70 Tage braucht, um bis zum Brunnen zu gelangen und somit außerhalb der 50-Tage-Grenze liegt. Zudem wird aber darauf hingewiesen, dass die Bereiche am Krankenhausberg und weite Teile von Hafenlohr eigentlich noch innerhalb der 50-Tage-Grenze liegen und die Hauptverkehrsstraße nach Zimmern dringend fachgerecht ausgebaut werden müsse. Es scheint hier noch einige ungeklärte Sachstände und nicht aufgearbeitete Probleme zu geben.

Da Sie für die Trinkwasserversorgung der Stadt verantwortlich sind und nicht fahrlässig handeln dürfen, können wir Ihre Vorgehensweise grundsätzlich nachvollziehen. Allerdings bitten wir um eine gründliche Aufarbeitung des Sachstandes, um ggf. die Flächen der Gärtnerei aus dem WSG auszuschließen, so wie es auch der Realität bzw. der Bodenschichtung entspricht.

Vorsorglich prüfen wir die Machbarkeit eines Kanalanschlusses. Die von Ihnen angesetzte Frist scheint nach Rücksprachen mit einem regionalen Tiefbau-Ingenieurbüro nicht realisierbar. Derzeit wird uns ein Angebot über die Fachplanung und Realisierung dieses Kanals erstellt.

Wir sind auf Ihre Antwort gespannt und freuen uns auf eine konstruktive Lösungsfindung. Bitte bleiben Sie mit uns im Dialog um Missverständnisse und übereilte Entscheidungen zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Jonas Gampe

 

25.02.2019: Uns erreicht ein Schreiben der Stadtverwaltung, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Stadtverwaltung nun das Bauordnungsamt und die Wasserrechtsabteilung des Landratsamtes eingeschaltet hat.

 

Ab hier wird es richtig verrückt: Das gesamte weitere Jahr 2019 ist davon geprägt, dass die beiden Bereiche des Landratsamtes uns bezüglich des Kanalanschlusses unter Druck setzen und zeitgleich die Stadtverwaltung den Kanalanschluss nun plötzlich komplett blockiert. So fordert das LRA, dass wir die Gärtnerei an den öffentlichen Kanal anschließen müssen, die Stadtverwaltung verweigert uns aber die Leitungsführung durch ihre Grundstücke, die die Gärtnerei komplett einschließen. Ab hier ist uns spätestens klar, dass es der Stadtverwaltung keineswegs um sinnhafte und konstruktive Lösungen geht, sondern nur darum, uns irgendwie möglichst viel zu schaden. Erst vehement und dringlich einen Kanalanschluss fordern und ihn dann anschließend selbst komplett behindern... Das ist schon die Spitze behördlicher Komik.

Aus rechtlichen Gründen dürfen wir die Briefe der Behörden hier vermutlich leider nicht abbilden. Falls das ein spitzfindiger Jurist anders sieht, freuen wir uns über einen Hinweis ;-)

Allerdings erlaube ich mir hier, drei umfangreiche Antwortschreiben zu veröffentlichen, die die Briefe der Stadtverwaltung und des Landratsamtes in der Zwischenzeit vermutlich doch recht gut erahnen lassen (auch ohne direktes Abbilden dieser).

 

Schreiben vom 14.09.2019:

Sehr geehrte Frau Schmidt-Neder,

einige Kurspartner haben mir berichtet, dass Angestellte der Stadtverwaltung versucht haben, sie hinterrücks von einer Zusammenarbeit mit mir abzubringen. Zudem erreichen uns immer weitere Schreiben mit völlig abstrusen Forderungen und Begründungen. Beispielsweise das letzte Schreiben, in dem Sie sich auf die "Veranstaltungen von Vergnügungen" wie Motorsport-Rennen oder Festivals mit mehr als 1.000 Besuchern beziehen (Artikel 19, Absatz 5, LStVG). Wo ist denn hier bitte der Zusammenhang zu einer Wildkräuterwanderung mit 7 Teilnehmern? Aufgrund dieser sehr zweifelhaften und fast schon hinterhältigen Machenschaften der Stadtverwaltung Marktheidenfeld, lassen Sie mir nun leider keine andere Möglichkeit mehr, als Kosequenzen zu ziehen.

Auch der grundsätzliche Fakt, dass die Stadtverwaltung Marktheidenfeld seit 26 Jahren nachweislich nicht den in dem damaligen Gutachten geforderten Maßnahmen zum Wasserschutz nachkommt, aber nun mit allen Mitteln versucht, gerade den einen Betrieb zu zerstören, der erwiesenermaßen aufgrund der Bodenschichtung, der Bewuchsart und Bewirtschaftungsweise keinen negativen Einfluss auf das Trinkwasser hat, spricht Bände und ist höchst zweifelhaft.

Ich möchte Ihnen kurz die nächsten Schritte schildern, vielleicht genügt das ja schon für ein Umdenken und etwas Vernunft in der Stadtverwaltung. Dies soll keinesfalls eine Drohung sein, es ist schlichtweg der letzte Weg, den die Stadtverwaltung mir als Fachplaner lässt. Über mein Planungsbüro habe ich die Aufgabe, die nachhaltige und umweltschonende Übergabe der Gärtnerei in Marktheidenfeld zu gestalten.

Der erste Schritt wird sein, das umfangreiche Gutachten zu veröffentlichen und mitsamt des Sachverhaltes an Presse und Fernsehen weiter zu leiten. Auf dieser Grundlage wird zudem eine Sammelklage mit einigen Umweltverbänden gegen die Stadtverwaltung Marktheidenfeld vorbereitet, die wie geschildert nachweislich seit 26 Jahren den geforderten Maßnahmen zum Wasserschutz nicht nachkommt. Auch der allgemeine stümperhafte Umgang der Stadtverwaltung mit der gesamten Situation, wird Presse und Fernsehen sicher interessieren. Beispielsweise die Aufstellung von unhaltbaren Fristen für einen Kanalanschluss mit der anschließenden Verweigerung des Leitungsdurchgangs durch die Stadtflächen. Oder das konsequente Ignorieren der Vorschläge und Angebote einer neuen Zufahrt, die nicht mehr an der WSG-Zone 1 vorbei führt. Durch Ihre Kündigung der Pachtflächen, mit der Auflage, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen, fordern Sie die Zerstörung eines artenreiches Biotops. Zudem gibt es einige Schadensersatzforderungen wegen Irreführung. So wurde beispielsweise schriftlich die Übergabe der Pachtflächen bestätigt, die dann gekündigt wurden, nachdem dort investiert wurde. Gleiches bezüglich des uneingeschränkten Fortbestandes der gesamten genehmigten Bestands-Gärtnerei. Besonders aufschlussreich ist auch unsere Fotostrecke, über die Tätigkeiten der Stadtangestellten in Zone 1 des Wasserschutzgebietes. Dort wird tatsächlich alles getan, was uns in Zone 3 des WSG strickt untersagt wird.

Sie können mich dennoch gerne jederzeit kontaktieren, wenn Sie einen vernünftigen und zielführenden Dialog wünschen.

Mit freundlichen Grüßen

Jonas Gampe

 

Schreiben vom 18.09.2019:

Sehr geehrte Frau Schmidt-Neder,

da die Stadtverwaltung weiter ihre hinterhältige Kampagne gegen meine Kurspartner fortsetzt, sehe auch ich mich gezwungen, die angekündigten Maßnahmen weiterzuführen. Die Sammelklagen werden nun vorbereitet, die regionale Presse ist bereits vor-informiert, hier folgen nun die genauen Details des Sachstandes sowie einige überregionale Medien.

Schade, dass die Stadtverwaltung diesen Weg gehen möchte. Es ist mir zwar völlig schleierhaft, warum Sie die recht hohen Risiken dabei eingehen, bei denen die Stadtverwaltung absolut nichts gewinnen kann, ebenso wenig wie die Wasserqualität im WSG, aber das soll nun nicht mehr meine Sorge sein.

Wäre etwas mehr Verständnis in der Stadtverwaltung vorhanden, würde diese sich dafür einsetzten, dass möglichst viele Flächen im WSG (und in der tatsächlichen 50-Tage-Grenze, die ja deutlich größer als das ausgeschriebene WSG ist), als Permakultur bewirtschaftet werden. Denn dies würde die Wasserqualität tatsächlich massiv verbessern. Aber auch das bleibt Ihnen überlassen.

Es ist jedenfalls ungeheuerlich, dass unser persönliches Engagement und unser intensive Einsatz für Natur, Umwelt und auch sauberes Wasser, so vehement von der Stadtverwaltung bekämpft werden. All denen ich davon erzähle, schütteln nur fassungslos den Kopf (auch Leute aus anderen Stadtverwaltungen, vom LRA usw.).

Das Gespräch am Dienstag hat ja außer Empörung und weiterer Androhungen auch nichts handfestes erbracht. Die Erfahrungen in den letzten 1,5 Jahren mit der Stadtverwaltung haben zudem gezeigt, dass man gut beraten ist, kein Wort zu glauben. Schließlich wurden alle Zusagen von Ihnen gebrochen. Vergessen Sie in Ihrer aktuellen Empörung über mein durch Sie selbst aufgezwungenes Vorgehen nicht, so empört bin ich schon seit einem Jahr über das Vorgehen der Stadtverwaltung.

Als Zeichen minimalen Anstandes erwarte ich, dass der Pachtvertrag für die beiden Flächen im Osten der Gärtnerei erstellt wird, wie damals schriftlich vereinbart und zugesichert. Dies würde Ihnen zumindest auch die Schadensersatzforderungen in diesem Bereich ersparen. Konkrete Taten seitens der Stadtverwaltung können da sehr wohl wieder ein gewisses Vertrauen aufbauen, sodass überhaupt erst wieder ein ernsthafter Kontakt möglich ist.

Noch ein kleiner wirklich gut gemeinter Hinweis: lassen Sie es lieber gut sein mit der Kampagne gegen meine Kurspartner. Momentan hat sich die Stadtverwaltung in der Volkshochschule, beim Bund-Naturschutz und im Landratsamt damit leider nur zum Gespött gemacht.

Und noch ein weiterer gut gemeinter Rat: Legen Sie sich nach Möglichkeit Berater zu, die Ahnung von ihren Fachbereichen und einen gesunden Zugang zur Realität haben. Was wir da in den letzten 1,5 Jahren an Begründungen, Stellungnahmen und vor allem auch haltlosen Unterstellungen zu Ohren bekommen haben, war wirklich schon jenseits von Gut und Böse...

Da es Ihre Berater offensichtlich nicht tun, möchte ich nochmals kurz zusammenfassen, was denn eigentlich die Probleme im Wasserschutzgebiet sind und wie man die Wasserqualität tatsächlich verbessern könnte. Vermutlich werden Sie mir zwar nichts davon glauben, da Sie mich als wasserverschmutzenden Feind des WSG sehen, aber vielleicht können Sie die Infos ja dennoch mal an Ihre Berater herantragen und um ausführliche Stellungnahme bitten.

Also: das sehr umfangreiche Gutachten vor 26 Jahren hat ergeben, dass die 50-Tage-Grenze deutlich anders verläuft, als das WSG aktuell ausgeschrieben ist. Bei Wasserschutzgebieten wird in der Regel der Bereich geschützt, von dem aus das Wasser maximal 50 Tage braucht, bis es am Förderpunkt angelangt. Es wird davon ausgegangen, dass durch mehr als 50 Tage Durchfluss durchs Erdreich, das Wasser soweit gereinigt wird, dass es gut trinkbar ist. Allerdings haben durch intensive Landwirtschaft und Flächenversiegelung unsere Böden schon vieles an Filterwirkung verloren, weshalb langfristig denkende Gemeinden bereits auf 70 Tage gehen bzw. die Filterwirkung der Böden durch gezielte Maßnahmen fördern und wieder in vollem Umfang herstellen. Im besagten WSG Obereichholz verläuft die 50-Tage-Grenze wie erwähnt anders als das WSG. So sind z.B. fast ganz Hafenlohr und der Bereich bis zum Krankenhausberg hin, aufgrund der Bodenverhältnisse noch darin enthalten. Wird also beispielsweise in diesen Bereichen stark auf einem Feld gedüngt und es regnet anschließend, gelangt diese Mischung in weniger als 50 Tagen durch die gut durchlässigen Schotterschichten und Grobsande bis zum Brunnenbereich. Die Gärtnerei hingegen befindet sich auf Bodenschichten mit sehr feinen Anteilen, sodass das Wasser dort deutlich langsamer versickert und trotz der geringeren oberirdischen Entfernung zum Brunnen, erheblich länger als 50 Tage bis dorthin unterwegs ist. Zudem sind in der Gärtnerei alle Flächen ganzjährig und tiefgründig bewurzelt, was eine enorme zusätzliche Filterwirkung gewährleistet und sämtliche Nährstoffe, aber auch die meisten Keime gar nicht erst in tiefere Bodenschichten gelangen lässt.

Ein weiteres Problem ist, dass der Main durch die 50-Tage-Zone verläuft. Das Flussbett hat sich im Lauf der Jahrhunderte zwar gut abgedichtet, bei Hochwasser hingegen sickert das zu diesen Zeiten besonders belastetet Wasser recht zügig durch die angrenzenden Wiesen und Äcker. Ihre Wasserproben können Ihnen bestätigen, dass hohe Keimbelastungen bisher meist zyklisch mit den Hochwässern einhergegangen sind.

Folgende Maßnahmen würden daher tatsächlich die Wasserqualität signifikant verbessern: Die tatsächliche 50-Tage-Grenze als WSG ausweisen. Dies ist aber jetzt nachträglich leider kaum zu machen, da man nicht einen ganzen Ort wie Hafenlohr einfach so als WSG ausschreiben kann. Da übernehmen Sie gewissermaßen schon die unklugen Entscheidungen Ihrer Vorgänger, die gut beraten gewesen wären, die Brunnen mit deutlich größerer Entfernung zu Siedlungen und auch weiter vom Main entfernt zu bohren. Was Sie aber noch sehr gut machen können ist, die Filterwirkung der Wiesen und Äcker zu erhöhen und die Schadstoffbelastung in diesen Bereichen zu minimieren. So könnten die Main-Wiesen und sämtliche Agrarflächen in der Umgebung als eine Art lichter Wald aus filternden Gehölzen angelegt werden. Die Baumreihen könnten so angeordnet werden, dass sie auf den unteren Wiesen den Wasserfluss bei Hochwasser nicht behindern und auf den Ackerflächen weiterhin Landwirtschaft erlauben, die aber dann komplett auf Spritzmittel und die meisten Düngemittel verzichten sollte. Auch die Verlegung der betroffenen Straßen wäre sinnvoll, ist aber wohl nicht umsetzbar. Die Straße nach Zimmern könnte man vielleicht noch irgendwie über Karbach umleiten, die deutlich stärker befahrene Straße durch Hafenlohr hätte man dann aber immer noch innerhalb der 50-Tage-Grenze.

Konkret auf die Gärtnerei bezogen fasse ich nochmal zusammen: selbst wenn Sie es schaffen würden, die Gärtnerei komplett zu schließen, würde sich dadurch die Wasserqualität in keinster Weise verbessern. Die Ursachen liegen schlichtweg andernorts.

Sofern Sie ernsthaft eine Verbesserung der Wasserqualität anstreben und die vorgeschlagene Maßnahme des Filter-Waldes für Sie machbar klingt, stehe ich hierfür gerne als Fachplaner zur Verfügung und könnte ein solches Konzept einmal als Grobentwurf erstellen.

Mit freundlichen Grüßen und immer noch mit Hoffnung auf eine vernünftige Lösung

Jonas Gampe

 

Schreiben vom 03.11.2019:

Sehr geehrte Damen und Herren des Bauamtes, des Wasserwirtschaftamtes, des Gesundheitsamtes und der Stadtverwaltung Marktheidenfeld.

Bezüglich der Gärtnerei am Staudenweg 2 in Marktheidenfeld haben wir nun folgende Situation: die Stadtverwaltung beruft sich auf die Bedenken der Fachbehörden und die Fachbehörden berufen sich mit ihren Bedenken auf die Aussagen der Stadtverwaltung... Ja sag mal geht´s noch? Bei solch einer Arbeitsweise ist es ja nicht mehr verwunderlich, dass die Wasserwerte seit Jahrzehnten immer schlechter werden.

Ähnliches Thema bezüglich des Kanalanschlusses: Auf Drängen der Stadtverwaltung hin (sogar mit Einschaltung des Landrates), gibt uns das Bauamt die Auflage zum Kanalanschluss, welcher anschließend von der Stadtverwaltung auf ganzer Linie blockiert wird (siehe Anhang 1 dieser E-Mail, in dem uns untersagt wird, den Kanal durch die Stadtflächen zu verlegen, die leider die gesamte Gärtnerei umschließen).

Wir würden es sehr begrüßen, wenn in dieser Sache nun endlich anhand der Tatsachen, der Faktenlage, sowie einer rechtlich und fachlich nachvollziehbaren Grundlage gearbeitet wird und nicht länger anhand von wilden Mutmaßungen und Unterstellungen, die längst als unzutreffend widerlegt wurden. Dass in der Stadtverwaltung kein sonderlich ausgeprägtes Fachwissen vorhanden ist, ist keine Neuheit. Von den zuständigen Fachbehörden erwarte ich mir allerdings schon ein gewisses Maß an Realitätsbezug sowie eine unabhängige und faktenbezogene Arbeitsweise.

Seit dem Gutachten von 1992 ist hinlänglich bekannt, was die Probleme des Wasserschutzgebietes Obereichholz sind. So ist zum einen die WSG-Fläche mit nur rund einem km² viel zu klein. Das beauftragte geotechnische Institut Prof. Dr. Magar + Partner hat schon bei dem damaligen Wasserverbrauch vor 27 Jahren eine Fläche von 11,8 km² gefordert. Zudem kommt der negative Einfluss des Mainwassers (vor allem bei Hochwasser) hinzu, sowie die Straße nach Zimmern, deren sämtliches Abwasser direkt in die WSG-Zone fließt und dort versickert. Im Anhang 2 ist die damals vorgeschlagene WSG-Zone zu sehen, wie sie bei dem damaligen Wasserverbrauch tragbar gewesen wäre (vom Krankenhausberg bis weit hinter Windheim reichend). Mit dem geplanten dritten Brunnen und dem aktuellen Wasserverbrauch sollte das WSG natürlich noch einmal deutlich größer sein. Anstatt endlich die tatsächlichen Probleme des WSG anzugehen, wird nun schon wieder bezüglich der Gärtnerei rumgekaspert. Obwohl das Gefährdungspotenzial des Gärtnereibetriebes seit den damaligen umfangreichen Gutachten ausgeschlossen wurde (siehe Anhang 3). Dies wurde sogar von der Stadtverwaltung höchst selbst nochmals bestätigt und geschrieben (siehe Anhang 4).

Wir haben in den vergangenen 1,5 Jahren stets einen konstruktiven Dialog gesucht und großes Interesse an tatsächlichen Lösungen des Wasserproblems gezeigt. Zudem sind wir der einzige Betrieb im WSG, der aufgrund seiner Bewirtschaftungsart etwas für, anstatt gegen sauberes Trinkwasser tut. Von den Ideen mehrtägiger Kurse, dem Nachhaltigkeitsunterricht, einem Naturlehrpfad und einem grünen Café, sind wir längst abgekommen. Dies waren (wie in dem ersten Gespräch im Rathaus auch schon deutlich mitgeteilt) lediglich Ideen für das Projekt, die zu keiner Zeit umgesetzt wurden. Die permanente Unterstellung, wir würden den genehmigten Betrieb intensivieren ist also nach wie vor eine dreiste Lüge der Stadtverwaltung. Der genehmigte gärtnerische Betrieb, wie er seit knapp 60 Jahren dort besteht, ist eine Gärtnerei mit Endkundenverkauf vor Ort. Das schließt selbstverständlich die Zufahrtsmöglichkeit für unsere Kunden mit ein, ebenso wie gelegentliche verkaufsfördernde Infoveranstaltungen. Letzteres möchte uns aktuell das Bauamt untersagen, ohne jegliche rechtliche Begründung. Die Stadtverwaltung untersagt uns sämtliche öffentliche Veranstaltungen mit der Begründung von Art. 19 LSTVG, also mit der "Veranstaltung von Vergnügungen", wie beispielsweise Motorsportrennen und Festivals ab 1.000 Besuchern. Ein wenig Hand und Fuß sollte eine Begründung dann bitte schon haben...

Es zeichnet sich langsam ein Bild ab, dass von Seite der Behörden kein Interesse an vernünftigen Lösungen bezüglich des WSG besteht. Zumindest bezüglich der Stadtverwaltung haben wir mittlerweile den Weg einer konstruktiven Zusammenarbeit verlassen, da nach jedem gut gemeinten Vorschlag, Kompromissbereitschaft unsererseits und auch konkretem Zurückstecken einiger unserer Vorhaben, von Seiten der Stadtverwaltung nur weitere unsinnige Auflagen kamen mit konfusen Begründungen. Wir hoffen jedoch sehr, dass mit den zuständigen Fachbehörden eine konstruktive Zusammenarbeit möglich ist.

Aktuell sitzt uns die Frist des Kanalanschlusses durch das Bauamt bis zum 01.01.2020 im Nacken, die durch die Verweigerung der Stadtverwaltung nicht einzuhalten ist. Hierbei möchte ich auch nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Kanalanschluss ein Entgegenkommen unsererseits ist, denn die Abwasserfrage auf dem Gelände ist aktuell keinesfalls abschließend geklärt. Wir könnten im Falle eines Rechtsstreites anhand der uns vorliegenden Unterlagen auch sehr gut auf die Pflanzenkläranlage oder die bestehende Abwassergrube als rechtlich geltenden Sachstand argumentieren.

Da der Kanalanschluss durch den Boykott der Stadtverwaltung also nicht umsetzbar ist, bleiben uns nur noch 2 Möglichkeiten übrig. Die eine Möglichkeit ist der Ausschluss der Gärtnerei aus dem gesamten WSG, wie es der tatsächlichen Geologie entsprechen würde (siehe die beiden geologischen Gutachten). Sollte das von Behördenseite auch blockiert werden, bliebe uns als letzte Möglichkeit dann nur noch, für die Schließung des gesamten Wasserschutzgebietes zu sorgen (auch hierfür haben wir mittlerweile genügend Unterlagen und Beweismittel gesammelt, die die Stadt Marktheidenfeld als Betreiber massiv belasten). Die letzte Möglichkeit ist allerdings keineswegs in unserem Interesse. Wir möchten einfach nur die Gärtnerei Simon übernehmen und zu einer Permakultur-Gärtnerei weiterentwickeln, was den ohnehin schon sehr guten Stand der Gärtnerei im Bezug auf Wasserreinigung, Artenschutz und Ökologie nochmals verbessern wird. Allerdings lassen wir uns von Stadtverwaltung und Behörden auch nicht länger willkürlich als Sündenbock für die schlechten Wasserwerte hinstellen. Durch das Verhalten der Stadtverwaltung ist uns bisher schon ein großer wirtschaftlicher Schaden entstanden, den wir so nicht weiter hinnehmen können.

Aufgrund der umfangreichen Begutachtungen und der Erkenntnis, dass das gesamte Gelände sowie der Betrieb der Gärtnerei keinen negativen Einfluss auf das WSG hat, fordere ich hiermit alle zuständigen Behörden auf, die gesamten Flächen der Gärtnerei aus dem Wasserschutzgebiet zu nehmen. Gerne stellen wir hierzu in einem persönlichen, lösungsorientierten(!) Gespräch die gesamten Gutachten zur Einsicht zur Verfügung (da die Stadtverwaltung sie ja anscheinend "verloren" hat...). An diesen seltsamen Alibi-Gesprächen im Rathaus, bei denen wir stundenlang die Faktenlage erklären und dann letztendlich doch wieder als Sündenbock hingestellt werden, werden wir jedoch nicht mehr teilnehmen.

Mit freundlichen Grüßen und Hoffnung auf vernünftige Lösungen

Jonas Gampe

 

 

Aktueller Stand im September 2020:

Stadtverwaltung und Landratsamt haben es nun tatsächlich doch noch geschafft, uns so viele komische und durchaus auch rechtswidrige Einschränkungen aufzuerlegen, dass der Weiterbetrieb der Gärtnerei für uns nicht mehr sinnvoll möglich ist. Wir ziehen uns daher schweren Herzens von diesem Projekt zurück und konzentrieren uns auf unsere anderen Projekte, bei denen wir es nicht mit solch komischen Anfeindungen zu tun haben.

Zum Wohle der Bevölkerung von Marktheidenfeld haben wir auch von der Klage durch die Umweltverbände Abstand genommen. Dabei wäre das Wasserschutzgebiet in große Bedrängnis geraten, was letztendlich die Wasserkosten in Marktheidenfeld vermutlich stark erhöht hätte. Wir empfehlen jedoch allen Bewohnern Marktheidenfelds, die Wasserwerte und den Umgang mit dem Wasserschutzgebiet genau im Auge zu behalten und Initiativen zu starten, um dort gezielt besseres Wasser zu fördern (andernfalls werden die Aufsichtsbehörden das WSG irgendwann selbst schließen müssen).

Auch von den Schadensersatzforderungen haben wir vorerst Abstand genommen, da wir uns eigentlich lieber mit dem Aufbau sinnhafter Projekte beschäftigen möchten, anstatt mit jahrelangen Rechtsstreitigkeiten.

 

Herzliche Grüße an alle Menschen, die sich mit zukunftsfähigen Lösungen beschäftigen und die vielleicht auch mit solch merkwürdigem Verhalten von Behörden zu kämpfen haben. In den meisten Fällen klappt es recht gut, ökologisch-soziale Projekte auch gegen den Widerstand von Behörden durchzusetzen. Dies hier ist der erste Fall (von ca. 300 unserer begleiteten Projekte), bei dem das nicht mehr möglich war. Also nicht den Mut verlieren und einfach weiter Sinnvolles tun :-)

Jonas Gampe, im September 2020

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